Stop#23   03.08.2022 Liencres

Der Buchenwald Otzaretta hat für den ausgetrockneten Goiuri-Wasserfall entschuldigt. Diesen Wald fand ich bei meiner Recherche nach den schönsten Wäldern Europas. Er ist zwar nicht besonders groß aber dafür umso schöner. Die Buchen mit ihrem mysteriösem Wuchs verleihen dem Wald etwas märchenhaftes. Sie sahen so lebendig aus mit ihrem Wurzelwerk, das sich entlang des Bodens und der Bachmündung schlängelte. Dazu kam das Moos, was manche Bäume vom Boden bis in die Krone bedeckte. Ich hatte das Gefühl, die Bäume fangen gleich an, sich zu bewegen wie die Ents bei Herr der Ringe. Ein Gedanke ging mir in diesem Wald durch den Kopf: wir Menschen sind die einzigen Lebewesen, die diesen Bäumen mehr Beachtung schenken als dem Rest des Waldes. Die Wildpferde zum Beispiel machen da keinen Unterschied. Wir Menschen haben schon einen Sinn für Schönheit. Oder liegt es nur daran, dass wir es darauf anlegen, etwas Besonderes in Dingen sehen zu wollen? Da bin ich zu keinem Schluss gelangt. Auf jeden Fall gefällt mir dieser Wald. Und auf der Wanderung Wildpferden mit Fohlen und wilden Kühen mit Kälbern zu begegnen, das hat mich glücklich gemacht.
Ein paar Tage später besuchten wir die El-castillo-Höhlen. Dort drin ist es verboten Fotos zu machen. Die Höhle ist erstaunlich geräumig und verwinkelt, die Wände mit Stalagmiten und Stalagtiten gesäumt. An dem Stein finden sich Höhlenmalereinen aus der Steinzeit, die mehrere tausend Jahre als sind. Die Menschen haben Tiere, Handabdrücke und andere Symbole gemalt. Diese Malereien sind eindeutig als Kunst zu identifizieren, auch wenn die Bedeutung mir nicht klar geworden ist - da half es auch nicht, dass die Führung in spanischer Sprache war 😅.
Auch hier wird wieder dieser Sinn für Schönheit bzw. der Wunsch etwas Besonderes schaffen zu wollen sichtbar.
Die Höhlen waren eine Reise in die Vergangenheit. Abends wirkte das noch nach und ich kam mir hyper-modern vor, wie ich Auto fahre und ein Hörbuch über das Smartphone höre. Zwei vollkommen verschiedene Welten und doch die selbe.

Stop#24   06.08.2022 Cóbreces

Wir nähern uns Santiago de Compostela und sind auf einer privaten Wiese direkt am Meer gestrandet. Das ist eine Art Campingplatz. Wir können hier für 8€ stehen und haben Glück. Am Strand nebenan gibt es Duschen, einen Wasserhahn und Toiletten. Wir begegnen immer wieder Jakobspilger*innen, die natürlich auch auf solche Infrastruktur angewiesen sind. 541 km sind es von hier aus noch bis Santiago. Vorgestern haben wir von jemanden zwei Folienkartoffeln geschenkt bekommen, die dieser in der Glut eines Feuers gebacken hatte. Die waren butterweich. Er bot uns auch die Überreste seiner Glut an, damit wir dort grillen können. Wie haben die Kartoffel mit Frischkäse von violife und Kräutern gegessen und uns Burgerpattys aus Quinoa gebraten. Das war herrlich. Und wieder mal so eine tolle Geste der Menschlichkeit, die wir da erfahren haben. Einfach jemandem Feuer und Essen überlassen, was man nicht mehr braucht. Er hat sich einfach umgeschaut und die Gelegenheit erkannt, mehr braucht es manchmal gar nicht.
Für den September haben wir etwas aufregendes geplant. Über @workawayinfo haben wir uns mit Ildi und ihrer Tochter Abbey connected. Die beiden sind super nett. Sie leben in Portugal auf einem Grundstück in den Bergen und betreiben dort Permakultur. Wir werden dabei helfen, den Garten für den Winter vorzubereiten, zu ernten und Holz zu hacken. Im Gegenzug dürfen wir in ihrem Campervan wohnen und wir Essen gemeinsam mit Ihnen. Ihr Grundstück wirft so viel ab, dass wir davon fast ausschließlich leben können, da freuen wir uns riesig drauf. Wenn alles so schön ist, wie es scheint, bleiben wir dort einen ganzen Monat. Abbey hat @j.ostr versprochen ihr das Surfen beizubringen 😍 Wir sind total begeistert von der bisherigen Erfahrung, das Abo auf der Plattform kostet lediglich 54€ pro Jahr für Paare. Wenn das gut läuft, wollen wir weitere workaway-hosts kennenlernen. Das könnte eine Möglichkeit für uns zu Überwintern...es bleibt spannend.

Nos vemos luego España und Olá Portugal

Nachdem wir die Nordküste Spaniens bereist haben, führt uns unser Weg nach Portugal. In Kürze kannst du hier den Portugal-Blog finden. 


2022

Adiós España und au plaisir de vous revoir France

Nachdem wir die Südküste Spaniens bereist haben, sagen wir dem Land vorerst Lebewohl und freuen uns auf die Côte d’Azur.


2022

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